Warum ist ein Rassehund vom Züchter so teuer?

Wer glaubt, dass ein seriöser Züchter sich eine goldene Nase verdient, der liegt leider falsch. Ein Züchter hat sehr viele Ausgaben. Es fängt beim Kauf einer geeigneten Zuchthündin an. Es folgen Besuche auf Ausstellungen, wo ein Richter beurteilt, ob dieser Hund dem Rassestandard entspricht. Doch das ist noch nicht alles, die Hündin wird auf diverse Erbkrankheiten untersucht (die bei jedem reinrassigen Hund genetisch durch den kleinen Genpool bedingt sind).

Wenn sich die Hündin für die Zucht eignet, dann erst beginnt die Suche nach einem geeigneten Deckrüden. Auch hier werden oft lange Anfahrtszeiten und hohe Gebühren in Kauf genommen um den idealen Deckrüden für die Hündin zu finden. Auch während der Schwangerschaft wird die Hündin tierärztlich betreut. Dazu gehören auch Ultraschalluntersuchungen, um sich zu vergewissern das es keine Probleme gibt und keine Risikoschwangerschaft, die Welpen und/oder Mutter gefährden könnte, vorliegt. Idealerweise verläuft die Geburt normal, manchmal kann es leider auch zu Problemen kommen, die einen Kaiserschnitt erfodern.

Ebenso gehören spezielles, hochwertiges Futter während und nach der Schwangerschaft (während der Säugezeit) dazu. Auch die Welpen erhalten kein Billigfutter, sondern hochwertige Nahrung um eine optimale Aufzucht zu gewährleisten. Hinzu kommen die Tierarztbesuche mit den Welpen, die natürlich geimpft, entwurmt und gechipt werden.

Wenn man die geringe Anzahl von Welpen pro Wurf (durchschnittlich 3 Welpen) berücksichtigt, wird einem klar, das bei einer seriösen Zucht kein Gewinn zu erwarten ist.

Der Vermehrer hat es da einfacher, er verpaart wahllos 2 Hunde, ohne Rücksicht auf diverse Erbkrankheiten die mit hoher Wahrscheinlichkeit auftreten werden, nehmen zu müssen. Erspart sich Tierarztkosten, auf Kosten der Gesundheit der Welpen, füttert billiges – minderwertiges Futter usw. In 90% aller Fälle lässt der Welpenkäufer dann die Preisdifferenz beim ansässigen Tierarzt, weil die Welpen viel zu früh von der Mutter weggenommen werden und unter den miesesten Bedingungen aufgewachsen sind. Niemals sollte man sich zu einem Mitleidskauf hinreissen lassen, auch wenn der Welpe noch so herzerweichend wimmert. Damit unterstützt man nur den Vermehrer. Die Nachfrage bestimmt die Produktion und für jeden verkauften Welpen kommen buchstäblich zwei bis drei neue nach!

Jeder Hund ist ein Lebewesen, deswegen kann es keine 100%ige Garantie geben, das irgendwann einmal Krankheiten auftreten werden. Jedoch ist dies bei einem Hund von einem Vermehrer mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit der Fall, während bei einem seriösen Züchter alles unternommen wird um Erbkrankheiten oder rassebedingte Dispositionen auszuschließen.